Der Wald
4./5.2.2006
Das erste Wochenende in der neuen Wohnung. Langsam ist zwischen den Kisten Land zu sehen. Ist das schön hier, sagen wir uns immer wieder, gerade so, als müssten wir uns das suggerieren. Nach der ersten Nacht versuche ich mich an meinen Traum zu erinnern. Man sagt, der erste Traum in der neuen Wohnung wird wahr. Ich kann mich kaum erinnern, viel zu erschöpft, viel zu viel auf einmal: Krank, neue Stadt, neue Wohnung, die ganzen Kisten, der Winter.
Wir gehen hoch zum Opelbad Kaffeetrinken, einmal über die Stadt schauen. Der Wald ist vereist, alle rutschen auf den Wegen herum. Wir rutschen auch mit, rechts, links, den Waldhang runter, den Weg geradaus, dann links und rechts, bis wir uns verlaufen haben. Der Taunus ist unendlich gross. Von einem Horizont zum anderen. Bäume. Fassungslos starre ich auf die grüne Ewigkeit. Natur. Immer habe ich mich nach ihr gesehnt, jetzt macht sie mir Angst. Was ist, wenn wir nie wieder hier herausfinden, wenn es dunkel wird und wir hungrig und durstig im Schnee erfrieren. Die dummen Berliner haben sich im Stadtwäldchen verirrt, werden die Leute sagen, die kennen halt nur Parkanlagen.

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